Das Logo? Es ist eine Hommage an die in Australien „Bilby“ genannten Kaninchennasenbeutler. Hier zu Lande sind sie fast unbekannt und das Wissen über sie ist auch in ihrer Heimat erstaunlich rar.
Die australische Bezeichnung ist ein Lehnwort der Aboriginal-Sprache Yuwaalaraay, die im nördlichen Teil des Bundesstaates New South Wales von den Ureinwohnern gesprochen wird. Mit „Bilby“ wird eine Ratte mit langer Nase umschrieben. Im Bundesstaat South Australia wird der Bilby manchmal mit „pinkie“ verniedlicht, während er im Bundesstaat Western Australia auch als „dalgite“ bekannt ist.
Der „Kleine Kaninchennasenbeutler“ (Macrotis leucura) gilt seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgestorben. Früher lebten die nachtaktiven Tiere in weiten Teilen Australiens; heute ist die letzte verbliebene Art, der „Große Kaninchennasenbeutler“ (Macrotis lagotis), längst vom Aussterben bedroht. In den weiten unbewohnten Landstrichen der Bundesstaaten Western Australia und Queensland sowie dem Northern Territory existieren noch einige wildlebende Populationen, meist in wüstenartigen Gebieten. Der Bestand wird auf weniger als Tausend Tiere geschätzt.
Das Aussehen der kleinen Beuteltiere wird durch die großen hasenähnlichen Ohren und ihre lange, spitze Schnauze bestimmt. Das Fell ist grau und flauschig weich. Die langen Hinterbeine erinnern ein bisschen an Känguruhs. Der Große Kaninchennasenbeutler erreicht eine Länge zwischen 29 und 55 Zentimetern, der Schwanz misst weitere 20 bis 30 Zentimetern bei einem Gewicht von 600 Gramm bis 2,5 Kilogramm. Die Weibchen sind deutlich kleiner und leichter als die Männchen.
Der Kleine Kaninchennasenbeutler war insgesamt erheblich kleiner und leichter. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten waren die Schwanzfärbung. Beide Arten besitzen einen weißen Schwanz, beim Großen Kaninchennasenbeutler ist der vordere Teil jedoch schwarz gefärbt.
Die Beuteltiere legen mit den Krallen ihrer Vorderpfoten wie Kaninchen tunnelartige Baue an, die bis zwei Meter tief werden können. Tagsüber dienen die Baue als Versteck, nachts gehen die Tiere auf Nahrungssuche. Gefressen werden Insekten und Larven, die aus dem Boden gescharrt werden. Kleine Wirbeltiere wie Mäuse und Pflanzen stehen nur selten auf dem Speiseplan. Bei der Nahrungssuche gräbt ein Bilby bis zu zehn Zentimetern, um seine Beute zu erreichen.
Die Tiere sind im Gegensatz zu den europäischen Kaninchen Einzelgänger und erinnern damit eher an die hiesigen Hasen. Ein Bilby kann in seinem Revier mehrere Baue zum Übernachten anlegen, gezählt wurden bis zu einem Dutzend. Geschlafen wird sitzend auf den Hinterbeinen, wobei die Schnauze zwischen die Vorderbeine gebettet wird; die Augen werden mit den Ohren abgedeckt.
Die strikten Einzelgänger finden lediglich zur Paarung zwischen März und Mai zusammen. Nach einer vierzehntägigen Tragzeit kommen bis maximal drei Junge zur Welt, die für 75 Tage im Beutel der Mutter verbringen müssen. Sie erreichen ein Alter von sieben Jahren.
Überleben schwierig
Vor der Ankunft der Europäer in „down under“ wurde den Kaninchennasenbeutlern zwar von den Aboriginals vor allem wegen ihres Fleisches nachgestellt, aber einer Bedrohung kam das noch längst nicht gleich. Auch die heutigen Probleme sind nicht auf die Jagdlust europäischer Siedler zurückzuführen, sondern auf die Konkurrenz durch ausgesetzte und äußerst erfolgreiche Kaninchen, gegen die man in Western Australia vergeblich versuchte, einen über 3.000 km langen Schutzzaun zu errichten, und Fressfeinde wie verwilderte Katzen und Füchse. Sie haben sich ebenso wie die Kaninchen zu einer Plage auf dem fünften Kontinent entwickelt; zudem wissen die endemischen Arten des australischen Kontinents mit kaum einem der ausgesetzten Fressfeinde umzugehen und sind ihnen daher schutzlos ausgeliefert.
In abgeschotteten Gebieten oder aufwändig eingezäunten weitläufigen Flächen, innerhalb derer zuvor sämtliche eingeschleppten Arten ausgerottet wurden, finden die Kaninchennasenbeutler eine neue Heimstatt. Der „Astrebla Downs National Park“ ist ein 1.740 km² großes Schutzgebiet im australischen Bundesstaat Queensland, der wegen seiner Erfolge für die Erhaltung der Art vom WWF ausgezeichnet wurde. Der Nationalpark wurde 1996 gegründet und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Insgesamt wird der Erhalt der Art als so kritisch eingestuft, dass sogar ein nationaler Rettungsplan für die Kaninchennasenbeutler existiert. Er umfasst Schutz, Nachzuchten, Monitoring-Programme in der Wildnis sowie die Säuberung ganzer Landstriche von europäischen Tierarten, um dort in Zukunft die eigentlichen Bewohner des australischen Kontinents wieder gefahrlos ansiedeln zu können. Zu den erfolgreichen Projekten zählen u. a. das „Arid Recovery Reserve“ in South Australia und eine besondere Schutzzone innerhalb des „Currawinya National Park“. Dort hat allein die Einzäunung mithilfe des „Save the Bilby Fence“ für ein 25 qkm großes Gebiet 400.000 AU$ verschlungen.
Und in den meisten Fällen handelt es sich gerade einmal um eine Handvoll Tiere, die ausgesetzt wurden.
Besuch eines Bilby
Wer die scheuen Kaninchennasenbeutler einmal selbst sehen möchte, hat in freier Wildbahn kaum eine reelle Chance.
Eine gute Gelegenheit ist der sehenswerte „David Fleay Wildlife Park“ in Burleigh Town/West Burleigh an der Goldküste. Der Tierpark geht auf Dr. David Fleay zurück, der sich für den Schutz der australischen Umwelt eingesetzt hat und dem als ersten die Zucht von Schnabeltieren in Gefangenschaft gelang. So ist es kein Wunder, dass nicht nur Australiens bekannte und beliebte Tiere in diesem Park zu entdecken sind, sondern auch die unbekannten und bedrohten Arten, einschließlich Bilby und Schnabeltier.
Die Tiere sind alle in ihrer natürlichen Umgebung untergebracht und die meisten können von Holzstegen aus betrachtet werden; einige gilt es auch zu entdecken, während sich andere mitunter den neugierigen Blicken der Besucher zu entziehen wissen. Dazu wurden drei Zonen im Tierpark nachempfunden: Feuchtgebiet, Regenwald und der offene Eukalyptus-Wald.
Zusätzlich existiert ein Haus für nachtaktive Tiere. Im Dunkeln des abgedunkelten Hauses gibt es nicht nur Fluggleiter und die seltenen Schnabeltiere zu beobachten, sondern auch den bedrohten Bilby.
Easter Bilbies
Die Rückbesinnung auf das eigene Land und die ursprüngliche Natur Australiens hat vor einigen Jahrzehnten dazu geführt, auch den europäischen Osterhasen zu verdrängen und ihn durch einen „Easter Bilby“ aus Schokolade zu ersetzen. Das Ziel ist die Sensibilisierung der nachwachsenden Generation für die natürlichen Bewohner des Commonwealth of Australia.
Je nach Anbieter der australischen Osterhasen wird zumindest ein gewisser Anteil des Umsatzes für Maßnahmen zum Schutz der Kaninchennasenbeutler aufgewendet.
Insgesamt ist es jedoch so, dass beide Schokoladen-Varianten bei Weitem nicht die Bedeutung besitzen wie die hiesigen Osterhasen, was wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen ist, dass in den meisten Landesteilen um die Osterzeit noch Temperaturen herrschen, die Schokolade im Freien innerhalb weniger Minuten schmelzen lässt.